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Kommunales Kino Metropolis, Steindamm 52/54
Kuratierung & Texte: Thomas Tode
Dienstag, 08. September 19.00
Das Neue Bauen — selbstmörderische Sachlichkeit
Die unter dem Begriff des »Neuen Bauens« bekannt gewordene Architektur
der 20er Jahre prägte lange Zeit die Debatten, wie in dem Filmprogramm
gleichen Titels vom 31. Januar 1932. Hans Richter zerlegt in
Die Neue Wohnung (CH 1930, 27’) die »gute Stube«. Den nutzlosen
Porzellanfiguren auf dem Vertiko und anderem Zierrat des Jugendstils
stellt er moderne, sachlich-nüchterne, zweckmäßige Einrichtung von
Wohnung und Küche entgegen. Hier läuft (mit Hilfe von Stopptrickaufnahmen)
alles wie von selbst, räumen sich die Klappmöbel wie von
Zauberhand aus dem Weg. Ella Bergmann-Michels Wo wohnen alte
Leute? (D 1931, 12’) engagiert sich für ein alternatives Wohnprojekt in
Frankfurt/Main: ein Seniorenheim mit funktionaler, lichtdurchfluteter
Architektur. Die großflächige Verwendung von Glas ermöglicht der
Kamera tiefgestaffelte Durchblicke, während die stets im Himmel
endenden Schwenks den bekannten Dreiklang »Licht — Luft — Sonne«
beschwören. Wilfried Basses Abbruch und Aufbau. Eine Reportage vom
Bauplatz (D 1932, 60’) entsteht aus einer zweijährigen Langzeitbeobachtung
in Berlin. Die Arbeiterbank, ein riesiges altes Gebäude zwischen
Inselbrücke und Wallstrasse, wird abgerissen und entsteht als
moderner Großbau-Komplex neu. Alte und neue Arbeitsmethoden
begegnen einander: Abriss mit Pferdegespann und Einsatz des Presslufthammers. |
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