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Kommunales Kino Metropolis, Steindamm 52/54
Kuratierung & Texte: Thomas Tode
Donnerstag, 10. September 19.00
Ella Bergmann-Michel — soziale Ethik und Radikalität
Ella Bergmann-Michel und ihr Mann Robert Michel studieren 1918 an
der Kunsthochschule Weimer, dem Vorläufer des Bauhauses. Die Nähe
ihrer Arbeiten zu den Kunstauffassungen des Bauhauses lässt sich
aber nicht leugnen und Gropius hat sich sehr um sie bemüht. Das
Künstlerpaar war 1920 nach Frankfurt a.M. umgesiedelt, wo Ella – neusachlich
nur EBM genannt – neben der Malerei den Filmklub »Bund Das
Neue Frankfurt« leitet und bald auch eigene Kurzfilme realisiert. Die
Thematiken ihrer Filme radikalisieren sich kontinuierlich und können
wie ein Lackmuspapier der politischen Stimmung ihrer Zeit gelesen werden.
Wo wohnen alte Leute? (D 1931, 13’) zeigt ein sozial engagiertes
Seniorenwohnheim in modernster lichtdurchfluteter, funktionaler Architektur.
Erwerbslose kochen für Erwerbslose (D 1932, 9’) schildert
ohne süßliches Mitleid eine Selbsthilfeaktion von Arbeitslosen. Fliegende
Händler (D 1932, 21’) begleitet solidarisch eine illegale Arbeitslosenselbsthilfe,
eine Form des subversiven Widerstands. Wahlkampf 1932
(Letzte Wahl) (D 1932, 13’) protokolliert nüchtern die zunehmende
Aggressivität, Lähmung und Polarisierung des öffentlichen Lebens in
der Endphase der Weimarer Republik. In Mein Herz schlägt Blau
(D 1989, 30‘) porträtieren Jutta Hercher und Maria Hemmleb die Künstlerin
EBM fachkundig und inspiriert und betonen insbesondere den
Zusammenhang ihrer Kunst mit den politischen Zeitentwicklungen.
Kuratierung: Thomas Tode. |
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