Kommunales Kino Metropolis, Steindamm 52/54

Donnerstag, 17. September, 17.00


Landschaft & Raum

R. R. (USA 2007, 111’)
von James Benning. Benning inszeniert überwältigende Landschaftspanoramen
und spielt in jeder fixen Einstellung mit visuellen Reizen,
die durch den permanenten Wechsel zwischen Enthüllung und Kaschierung
des Raums hervorgerufen werden. Der Film besteht aus dreiundvierzig
Aufnahmen unterschiedlicher Güterzüge in den USA, die den
Landschaftsraum eindrücklich durchqueren. Die Länge der einzelnen
Einstellungen richtet sich nach der Zeit, die der jeweilige Zug benötigt,
um das Filmbild zu durchqueren. Gleichzeitig gelingt es ihm, die Bilder
des Films mit der geografischen, sozialen und politischen Geschichte zu
verschränken. Einführung: Olaf Bartels

   
 
 
 
                                   
 

Donnerstag, 17. September, 19.00

Von Höhlen, Hütten und Wolkenkratzern
Die Grindelhochhäuser
(D 2008, 83’, OF) von Maike Möller.
Die Grindelhochhäuser sind das erste Wohnhochhausprojekt, das in Deutschland
nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 bis 1956 entstand. Die modernen Häuser
boten mit Fahrstühlen, Müllschluckern, Einbauküchen, Badewannen
und Licht durchfluteten Räumen modernsten Komfort. Jetzt sind sie und
einige Bewohner in die Jahre gekommen. Die Filmemacherin hat sich für
ihre Dokumentation auf die Suche nach den Menschen hinter den gleichförmig
wirkenden Fensterreihen gemacht und Erstmieter und Neuankömmlinge
nach ihrem ganz persönlichen Grindelgefühl gefragt.
Weltpremiere in Anwesenheit der Regisseurin und Prof. Dr. Axel Schildt
(Historiker, Uni Hamburg) Kooperationsveranstaltung Deutscher Werkbund e. V.

   
 
 
                                   
 

Donnerstag, 17. September, 21.15

Hafen räumen – Hafen träumen

Rotterdam-Europort (NL 1966, 20’, OmeUt) von Joris Ivens, Kommentar
von Gerrit Kouwenaar und Chris Marker. Der größte Hafen Europas, gefilmt
vom Altmeister. 3 x 1 (D 2007, 10’, OF) von Telemach Wiesinger zeigt einund
derselben Stahldrehbrücke in drei unterschiedlichen Ansichten.
Neues aus Wilhelmsburg (D 2005, 4’, OF) von Felix Grimm. Zwei Bauarbeiter
und ein Schlot kommentieren den viel propagandierten »Sprung über
die Elbe«. A.G.V. T.E.U. (D 2008, 15’, OF) von Olaf Sobczak. Der komplizierte
französische Ausdruck für »Container« betitelt diese Studie über den
computer- und robotergesteuerten Containerterminal in Hamburg-Altenwerder.
Ein Ballet aus geisterhaften rangierenden Containern. Auch ein
Film über die Zukunft der Arbeit? Look out! (S 2003, 6’, OF) von Johanna
Billing. Über die Veränderung der Stadtlandschaft rund um die Gainsborough
Studios in East London, die in Luxus-Appartments umgewandelt
wurden. Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters (D 1966, 13’, OF) von
Hubert Fichte und Leonore Mau. Dieser aus abgefilmten Fotografien und
einem Kommentar bestehende Fotofilm, schildert den Tageslauf eines
nicht fest angestellten Lohnarbeiters in Hamburg. Fichtes Kommentar ist
ein Musterbeispiel der »freien indirekte Rede«, wie Pasolini sie definierte:
»Zitate aus einer anderen sprachlichen Welt: aus der seiner Personen«.
Die vielgestaltige Sprache der Hafenarbeiter eröffnet den Blick in eine
äußerst reiche, eigenständige, verteidigenswerte Welt. Zum Schauermann
(D 1981, 18’, OF) von Tillmann Scholl. Drei Nächte in der (heute abgerissenen)
Hafenkneipe »Zum Schauermann«, bei Pennern, Berbern, Prostituierten
und Alkoholikern. Liebenswerte Typen aus einer verschwundenen
Welt.

Einführung: Thomas Tode