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Freitag, 18. September, 19.00
Das Lied der Grossstadt
Handsworth Songs (GB 1986, 59’, OF) von John Akomfrah. Preisgekrönter
filmischer Essay über die schweren Rassenunruhen in Handsworth,
einem Vorort von Birmingham. Vielschichtigkeit, Subjektivität
und Rückkopplung zwischen den Medien zeichnen Akomfrahs Analyse
aus. Handsworth Songs ist ein Filmessay über Rasse, Ideologie und
Topologie von Kampf und Macht. Er ist lyrisch, poetisch und leidenschaftlich.
Man müsste zu der einflussreichen Dokumentarfilm-Bewegung
im Großbritannien der 30er Jahre zurückkehren, um eine ähnlich
komplexe Palette zu finden: formales Experiment, politischer Wille, kollektive
Arbeit, breiter Publikumsanklang und starke Emotionen. Der Film
verwendet Archivmaterial der ersten Immigrantenwelle aus den 50er
Jahren und verknüpft Interviews mit der offiziösen Fernsehberichterstattung,
um die Idee zu vermitteln, dass Sprache, Erinnerung und kulturelle
Fantasie die einflussreichsten und am schwersten definierbaren
Elemente des schwarzen Kampfes sind. Der Film ist auch ein »Song« –
eine kulturelle Form, die so tief wie die Analyse geht und dabei viel wirkungsvoller
sein kann. Produziert vom Black Audio Film Collective, das
– auch in anderen Filmen – die formalen Strategien der Avantgarde in
den Mittelpunkt ihres Schaffens stellt. Einer der provokantesten und
bedeutendsten Filme der letzten Jahrzehnte.
Vorfilm: City West Revisited (D 2006, 13’, OF) von Ulf Staeger.
Der Film zeigt die urbanen Veränderungen im ehemaligen Stadtzentrum
Westberlins (Kudamm/Zooviertel) innerhalb der letzten 35 Jahre. Er
stellt alte Aufnahmen u.a. der Stadtchronisten Hans Jähner und Kurt
Kopplek einer aktuellen Ansicht der Straßenzüge gegenüber, vermischt
sie teilweise in einem einzigen Bild.
Einführung: Thomas Tode |
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