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Samstag, 19. September, 21.15
Utopische Räume:
I have seen the future
Utopia (D 2009, 8’, OF) von Estela Estupina Garcia. Dieser Found Footage
Film benutzt ausschließlich Material aus dem Filmarchiv der Neuen
Heimat. Er greift den Gedanken der damaligen Planer und Architekten
auf, perfekte Bauwerke errichten zu wollen ...
Ein Wohnhaus in Ginnheim bei Frankfurt/M. Entwurf Ernst May
(D 1926, 6’, OF) von Paul Wolf. Der erst kürzlich wiedergefundene und
restaurierte Film zeigt das selbstentworfene Privathaus
des berühmten Frankfurter Stadtbaurats Ernst May.
Poème électronique (NL 2006, 12’, nur Musik) zeigt den von Le Corbusier
und Iannis Xenakis entworfenen Philips-Pavillon der Brüssler Weltausstellung
1958 in einer Computerrekonstuktion von Vincenzo Lombardo,
Kees Tazelaar, Andrea Valle und Stefan Weinzierl. Le Corbusier baute
ein »Gefäß«, das als temporäre äußere Hülle und Projektionsleinwand
für eine Multimedia-Präsentation im Inneren dienen sollte – Filmbilder,
die zu einer experimentellen Musik von Edgar Varèse laufen, und zeigen
wollten, wie unsere zunehmend mechanisierte Kultur nach einer Harmonie
in der Zukunft strebt.
Le Corbusier au Mistral (D/F 2005, 6’, stumm) von Milena Gierke.
»Nachmittagshitze in Marseille gepaart mit stürmischem Mistral-Wind.
Ich liebe das Bauhaus und filme einen großen Komplex von Le Corbusiers,
Unité d'habitation, in dem es anfänglich außer Wohnungen auch
Geschäfte, Hotel, Kindergarten und alles Notwendige gab. Das für mich
Interessante ist aber vor allem die dreidimensionale Gesamtskulptur
aus Beton fragmentarisch, filmisch abzutasten und dabei die natürliche
Kraft des Mistrals zu erleben.« (M. Gierke).
War and Architecture (D 2009, 8’, OF) von Ben Jakobs behandelt die
Gemeinsamkeiten zwischen Architektur und moderner Kriegsführung.
Die kalten, abstrakten, klinischen und inhumanen Begriffe, die in der
Architektur verwendet werden, erinnern stark an die der modernen
Kriegsplanung. Die gezielte Bildbearbeitung (u.a. Rückwärtslauf) verändert
das Zeitgefühl. Das Bildmaterial entstammt dem Filmarchiv der
Großbaugesellschaft Neue Heimat.
bühne: wolfsburg (D 2009, 15’, OF) von Arne Bunk zeigt die Produktion
von urbanem Raum am Beispiel der Stadt Wolfsburg. Die Bilder changieren
zwischen filmischer Bewegung und fotografischem Stillstand. Uncle
Yanco (F 1967, 22’, OmeUT) von Agnès Varda. Die Filmemacherin
besucht ihren philosophierenden Hippie-Onkel, der in San Francisco in
einer schwimmenden Bretterstadt lebt: die gelebte Utopie von der
Aquatic suburb.
Einführung: Thomas Tode |
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